Mit Rücksicht auf unsere stacheligen Mitbewohner
Was für uns bequem ist, wird für andere zur tödlichen Gefahr: Immer mehr Mähroboter sind in unseren Gärten im Einsatz – oft auch in den Abend- und Nachtstunden. Doch genau dann sind unsere heimischen Igel unterwegs.
Igel sind nachtaktive Tiere. Wenn sie auf Nahrungssuche durch unsere Gärten streifen und einem Mähroboter begegnen, fliehen sie nicht. Stattdessen rollen sie sich ein – ein uralter Schutzinstinkt, der sie eigentlich vor Feinden bewahren soll. Gegen die scharfen Klingen der Geräte ist er jedoch wirkungslos. Die Folgen sind oft dramatisch: schwere Verletzungen, Verstümmelungen oder ein qualvoller Tod.
Die Auswirkungen sind längst sichtbar. Igel-Auffangstationen berichten, dass sie aus allen Nähten platzen. Immer mehr Tiere werden dort abgegeben – viele von ihnen schwer verletzt durch Mähroboter, andere völlig entkräftet und kurz vor dem Verhungern. Denn auch das ist Teil der Realität: Unsere Gärten werden zunehmend „aufgeräumt“ und artenarm. Es fehlt an Insekten, Verstecken und natürlicher Nahrung.
Dabei sind Igel auf unsere Hilfe angewiesen. Sie sind nicht nur ein fester Bestandteil unserer heimischen Tierwelt, sondern auch wichtige Nützlinge, die Kleintiere wie Insekten fressen und so zum natürlichen Gleichgewicht beitragen. Doch ohne sichere Lebensräume und ausreichend Nahrung haben sie immer weniger Chancen zu überleben- der Bestand der geschützten Tiere ist in vielen Regionen stark rückläufig: der Igel ist vom Aussterben bedroht.
Mit einer einfachen Veränderung können wir viel bewirken: Bitte lassen Sie Ihren Mähroboter ausschließlich tagsüber laufen. Verzichten Sie besonders in der Dämmerung und in der Nacht auf den Einsatz. So schützen Sie die Tiere in den Stunden, in denen sie aktiv sind.
Vielleicht kann Ihr Garten noch mehr sein als nur gepflegte Fläche – ein kleiner Zufluchtsort für das Leben. Ein Laubhaufen hier, eine wilde Ecke dort, ein Durchgang im Zaun: Oft sind es kleine Dinge, die Großes bewirken.
Jeder einzelne Beitrag zählt. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass der Igel auch in Zukunft noch durch unsere Gärten streift.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Mitgefühl.
Britta Werner
(Beigeordnete Umwelt & Verkehr)